Das Derby zählt zu den -> klassischen Rennen und ist das wichtigste Rennen im Leben eines Vollblüters. Es ist der Traum jedes Aktiven im Galopprennsport, das Derby zu gewinnen.
Seinen Namen hat das Rennen einer Münze zu verdanken. Als in England eine Name für das neu zu schaffende und wichtigste Rennen für dreijährige Pferde geht, sollte es nach einem der Großen des Galopprennsports in der damaligen Zeit benannt werden. Sir Charles Bunbury oder der Earl of Derby waren als Namensgeber auserkoren. Die Entscheidung fiel durch einen Münzwurf und der Earl of Derby wurde dadurch Namensgeber des Rennens.
Der bei der Namensgebung unterlegene Bunbury hatte dafür das Glück, Besitzer des ersten Derbysiegers zu sein.
In Deutschland wird das Derby seit 1869, ursprünglich als "Norddeutsches Derby" ausgetragen. Seit 1889 heißt es "Deutsches Derby".
Die Bayern hatten 1900 mit dem "Bayerischen Zuchtrennen" ihr eigenes Derby geschaffen. Ursprünglich wurde es unter klassischen Bedingungen gelaufen, seit einigen Jahren ist aber auch für ältere Pferde offen.
Dirt Track (Sandbahn)
Als Dirt Track wird der Boden beim Galopprennen bezeichnet, wenn das Geläuf einen Sandbelag hat. Der Name rührt daher, daß Pferde und Jockeys nach dem Rennen schmutzig sind.
In den USA haben ist der Dirt Track das Hauptgeläuf, auf dem alle wichtigen Rennen gelaufen werden. Grasbahnrennen sind dort die Ausnahme.
In Europa sind in jüngerer Zeit in vielen Ländern Sandbahnen angelegt worden, damit Rennen witterungsunabhängig auch im Winter bei Frost veranstaltet werden können.
In Deutschland gibt es Sandbahnen in Neuss und Dortmund
Doping
Es versteht sich von selbst, daß der Einsatz von unerlaubten Mittel, die die Leistungsfähigkeit eines Pferdes beeinflussen können, im Rennsport verboten ist. Die Einhaltung wird sehr genau überprüft.
Jeder Trainer ist verpflichtet, ein Medikamentenbuch zu führen, in dem alle Medikamente aufgeführt sind, die ein Pferd erhalten hat. Damit wird auch verhindert, daß Restspuren, die z. B. aus der Behandlung einer Erkältung herrühren, als Dopingvergehen geahndet werden.
Vom Direktorium als oberste Aufsichtsbehörde werden für jeden Renntag eine bestimmte Anzahl von Pferden genannt, die auf Doping getestet werden. Das kann eine namentlich genanntes Pferd sein oder wahllos z. b. der Sieger des vierten Rennens. Weiterhin müssen grundsätzlich alle Sieger eines großen Rennens zum Dopingtest.
Laufen Pferde extrem gegen die Form, also kommt der heiße Favorit "unter ferner Liefen" über die Ziellinie, oder der letzte Außenseiter des Tages gewinnt ein Rennen, kann die Rennleitung zusätzliche Dopingproben anordnen.
Ein Trainer, dessen Pferd bei einem Test positiv getestet wurde, muß eine vereinbarte Vertragsstrafe zahlen. Die Höhe ist abhängig von der Art des Medikaments und der Konzentration, mit der es festgestellt wurde. Das kann bis hin zu einem bedingten (auf Bewährung) Berufsverbot reichen. Weiterhin darf das Pferd nach einem positiven Dopingtest für eine bstimmte Zeit nicht an öffentlichen Rennen teilnehmen.
Gab es früher vereinzelt positive Befunde von Schmerzmitteln bei Rennpferden, so sind Dopingfälle seit einer deutlichen Strafverschärfung eine absolute Ausnahme im europäischen Rennsport.
Abgesehen von den großen Championaten (Meiterschaften, Olympiade) wird wohl in keinem anderen Bereich des Pferdesports das Doping so konsequent überwacht wie im Galopprennsport.
Dreifache Krone oder Tripple Crown
Das früheste Pferd gewinnt die 2000 Guineas (in Deutschland Mehl-Mühlens-Rennen), das Glücklichste das Derby und das beste Pferd eines Jahrgangs das St. Leger - und wer alle drei Rennen gewinnt, genießt als Träger der Dreifachen Krone "auf ewig" einen Sonderstatus.
Einziger Träger der Dreifachen Krone in der Bundesrepublik Deutschland ist bisher Königsstuhl aus dem Gestüt Zoppenbroich, trainert von dem Grand Seigneur der Deutschen Trainer, Sven von Mitzlaff und in allen drei Rennen geritten von dem Ungarn Peter Alafi. Königsstuhl war in jeder Hinsicht ein würdiger Träger der der Dreifachen Krone - er war nicht nur 2-5 jährig ein erstklassiges Rennpferd, sondern auch als Deckhengst ein überragender Vererber.
In der "DDR" gasb es drei Gewinner der Dreifachen Krone
1955 Faktotum Züchter und Besitzer Gestüt Graditz
1979 Gidron Züchter und Besitzer Gestüt Graditz
1987 Lomber Züchter und Besitzert Gestüt Graditz
Knapp gescheitert waren z.B. Lombard 1970, der im Derby dem Stallgefährten Alpenkönig unterlag und dort Zweiter wurde. 1930 galt Alba aus dem Gestüt Schlenderhan schon als sicherer erster Träger der Dreifachen Krone. In einer leichten Arbeit kurz vor dem St. Leger brach er sich ein Bein und mußte getötet werden. Ein tragisches Ende für ein großes Rennpferd.
In England gibt es 15 Träger der Dreifachen Krone, der letzte war Nijinsky 1970.
Theoretisch kann natürlich auch die "Fünffache Krone" von einer Stute errungen werden, die alle fünf Klassischen Rennen gewinnt. Praktisch ist dies wegen der teilweise sehr knappen Zeitabstände zwischen den Rennen aber so gut wie unmöglich. Sehr nah kam diesem Rekord schon einmal die ungarische Wunderstute Kincsem (siehe Turflegenden). Sie gewann 2000 Guineas, die Oaks und das St. Leger in Ungarn und das Derby in Österreich. Für den Rekord der Einmaligkeit fehlte ihr der Sieg in den 1000 Guineas. Da kurze Startfolgen für die Stute "zum Programm" gehörten und sie ungeschlagen war, liegt die Vermutung nahe, daß sie die 1000 Guineas auslassen mußte, weil sie am gleichen Tag wie die 2000 Guineas entschieden wurden.